*Kurzgeschichte* Regennächte

Regennächte

Weiße Atemwolken verloren sich in der kühlen Nachtluft. Sie verdeckten, bevor sie sich mit der übrigen Luft vermischten, für einen Moment die Sterne. Das war etwas, das die Anderen nicht taten. Sie tun nie etwas, dass für sie keinen Sinn ergibt. Sie gehen nicht durch den Garten um die Blumen zu sehen. Essen immer nur das gleiche, denn wozu etwas Neues probieren, wenn das Alte doch schmeckt und satt macht? Sie sehen nur Fernsehserien die sich möglichst immer um dieselben Themen drehen, die gleichen Schauspieler haben, alle genau gleichlang dauern und alle ziemlich ähnlich heißen. Sie kaufen die Kleidung die jeder kauft, jeder trägt, aus den Shops die jeder kennt. Die Liste zieht sich endlos lang, breit, quer und im Kreis herum. Macht es denn keinen Sinn, Atemwolken auf eine – wenn auch kurze Reise zu schicken? Einer Reise in die Endlosigkeit, in der sie so unendlich viele Wege haben die sie gehen können?

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