Archiv der Fantasie

*Rezension * – Atlas eines ängstlichen Mannes von Christoph Ransmayr

* Diese Rezension enthält keine Spoiler *

*Triggerwarnungen: Gewalt, Naturkatastrophen, Tod, Kriegsgebiete, Tod*

Das Buch „Atlas eines ängstlichen Mannes“ von Christoph Ransmayr ist bereits im Jahre 2014 im fischer-verlag als E-book erschienen.

Vor etwa drei Monaten wurde ich in einer Bahnhofsbuchhandlung darauf aufmerksam.

Eckdaten zum Taschenbuch

455 Seiten in 70 Episoden

10,99 Euro

Fischer Verlag

Gesamteindruck

Es handelt sich nicht um einen klassischen Roman, sondern um einen literarischen Reisebericht der in einzelnen kurzen Geschichten, die doch alle zusammenhängen, erzählt. Gleich am Anfang wendet der Autor einen literarischen Trick an, der das ganze Buch über als unausgesprochene Frage über mir zu hängen schien. Durch diese eine Bemerkung bekommt das Buch einen roten Faden. Es ist wie ein Wimmelbild nur in Buchform bei dem man den „Fehler“ aber vergeblich sucht. Ein Atlas ist dieses Werk sicherlich, behandelt es doch in den kurzen Abschnitten die Leben von Menschen überall auf der Welt. Teilweise fängt Herr Ransmayr damit Schlüsselmoment in den Leben dieser Menschen ein.

Positives

Die kurzen Abschnitte erleichtern das Lesen ungemein. Poetisch und mit viel Sprachgewalt schmückt Ransmayr nicht nur seinen Texte, sie triefen förmlich vor dichtkunst, wunderschönen und wahrheitsgetreuen Beschreibungen. Ich habe das Buch länger als einen Monat mit mir herumgetragen. Nicht weil es schlecht ist, sondern weil die Sprachgewalt wohl dosiert sein möchte. Eine Episode während der Busfahrt, in der Mittagspause auf der Parkbank oder im Lesesessel. Währe ich ein Buchling, würde ich sagen, dieses Buch macht wahnsinnig satt. Wofür ich bei anderen Autoren hunderte von seiten lesen kann, deckten wenige Seiten von „Atlas eines ängstlichen Mannes“ locker meinen Tagesbedarf an schönen, aber keineswegs geschönten Worten. Der Autor fängt die Wirklichkeit ein und die ist manchmal grausam.

Negatives

Die verschachtelten Sätze sind nicht leicht zu lesen. Leser die leichtere Sprache gewöhnt sind können sich schwer tun. Auch ist Ransmayr nach meinem Empfinden nicht ganz unparteiisch, was Religion und Gewissen anbelangt. Dies lässt sich denke ich mit der Zeit, in der er als Kind aufgewachsen ist erklären. Dementsprechend ist das Buch keine junge Geschichte. Hier hat Ransmayr sein Leben als Reisender niedergeschrieben. Dies ist an sich nichts Negatives, jedoch kann nach einigen Kapiteln eine gewisse Monotonie eintreten.

Empfehlungen

Deshalb ganz klar meine Empfehlung: Nicht am Stück lesen, sondern zwischen leichteren und einfacher zu lesenden Büchern platzieren. Immer wenn der Hunger nach geschliffener und poetischer Sprache auftaucht ist das Buch perfekt. Ich empfehle auch, die Reihenfolge des Buches einzuhalten. Prinzipiell hängen die Episoden nicht zusammen doch ich konnte mich manchmal nicht gegen das Gefühl wehren, dass der Autor die Reihenfolge bewusst gewählt hat.

Fazit

sprachgewaltig, poetisch wunderschön, teilweise etwas zu religiös, schwieriger zu lesen und einzigartig im Konzept.

Von mir gibt es eine klare Kaufempfehlung für alle, die auf der Suche nach passgenau geschliffenen Worten sind.

Ranking: 5 von 5 Hasen

hasex5

Diese Rezension ist subjektiv. Das Buch kann von jedem anders empfunden werden. Triggerwarnungen erstelle ich nach meinem persönlichen Empfinden.

Liebe Grüße

Laura

3 Antworten auf „*Rezension * – Atlas eines ängstlichen Mannes von Christoph Ransmayr“

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